Umlaute von Zotero nach BibTeX exportieren

Mag sein, dass dieser Artikel eine beinahe inexistente (Wissens-) Lücke füllt. Für all jene, denen weder BibTeX noch Zotero etwas sagt, ist er mit Sicherheit nicht lesenswert, aber allein die Möglichkeit, dass ich selbst nochmal auf das geschilderte Problem treffe, rechtfertigt ihn dennoch.

Das Problem von dem ich spreche ist der Dateiexport von Zotero, einem Programm das ich zur Verwaltung meiner Bibliographie verwende, nach BibTeX, dem Dateiformat das ich zur automatischen Erstellung der Referenzen und des Quellenverzeichnisses in meiner Dissertation verwende. Wenn nun im Titel von verwendeten Quellen oder in Namen von deren Autoren deutsche Umlaute oder diakritische Zeichen (wie z.B. französische Akzente) vorkommen, werden diese in der exportierten Datei unverändert wiedergegeben, weil Zotero die ausgegebene Datei per Vorgabe als UTF-8 kodiert. Diese Kodierung wird aber von BibTeX nicht richtig verarbeitet.

Für diese Problem gibt es zwei Lösungswege, wobei ich leider viel Zeit mit dem ersten verloren habe:

  1. Man kann versuchen, BibTeX zur richtigen Verarbeitung der UTF-8 Datei zu bringen, bzw. einen dementsprechenden Ersatz für BibTeX einzusetzen. Diesbezüglich gibt es jede Menge Diskussionen im Internet, die die Hoffnung (leider) nicht schnell genug sterben lassen. Der Vollständigkeit halber sei hier beispielhaft auf bibtex8 verwiesen.
  2. Viel einfacher ist es jedoch, Zotero dazu zu bringen, die kritischen Zeichen entsprechend der LaTeX Syntax auszugeben. Das schafft man aber nicht, indem man selbst die Einträge entsprechend ändert, sondern indem man die Dateikodierung für den Export ändert.

    Dazu muss man lediglich in den Einstellungen von Zotero in der Kategorie Export ein Häkchen bei „Option für Zeichenkodierung beim Export anzeigen“ setzen. Beim nächsten BibTeX Export ist dann einfach „Westlich (ISO-8859-1)“ aus der Liste auszuwählen und schon erstellt Zotero eine problemlos verwendbare BibTeX Datei.

Inkscape Standardvorlage

Gestern war ich wieder einmal in der Situation, dass ich eine per Hand gezeichnete Skizze in einem Dokument verwenden wollte. In solchen Faellen ist Vektorgrafik Software Inkscape für mich die erste Wahl. In Inkscape angefertigte Zeichnungen lassen lassen sich ganz natürlich im EPS Format exportieren, das wiederum erste Wahl für Grafiken in LaTeX Dokumenten ist. Bei Bedarf lassen sich EPS Dateien auch unkompliziert in PDF umwandeln und mit pdfLaTeX verwenden.

Nun muss ich jedes Mal, wenn ich eine neue Zeichnung mit Inkscape beginnen wollte, zuerst eine Reihe von Dokumenteneinstellungen ändern, weil eine A4 Seite im Hochformat und mit Pixel Angaben auf den Linealen nicht das ist, was ich brauche. Stattdessen verwende ich immer A6 im Querformat mit Millimeter Angaben und einem 1mm Gitter. Die Vermutung, dass sich die Standardeinstellungen ändern lassen, bestätigte sich anhand eines Treffers in den Inkscape FAQ.

Um es kurz zu machen: Man muss ein leeres Dokument nach den eigenen Vorstellungen erstellen und es als

~/.config/inkscape/templates/default.de.svg

speichern, wenn man, wie ich, Deutsch als Systemsprache verwendet.

Zim

Jene Linux Anwendung, die OneNote im Funktionsumfang am nächsten kommt ist vermutlich BasKet. Trotzdem schreibe ich diesen Artikel, weil ich für mich Zim als geeignetste Anwendung befunden habe. Zim wird vom Autor als „Desktop Wiki“ bezeichnet. Was die Textverarbeitung betrifft, wird damit das meiste bereits erklärt. Wer jemals einen Wiki Artikel geschrieben hat, kennt das Prinzip.

Was Zim für mich aber perfekt macht, denn es ist beileibe nicht das einzige Desktop Wiki, sind drei Plugins, die folgende Funktionen zur grundlegenden Wiki Funktionalität hinzufügen:

Wie eventuell aus dem Countdown zur Veröffentlichung von Fedora 13 im rechten Rand zu schließen war, ist momentan Linux das Desktop und Laptop Betriebssystem meiner Wahl. Ohne weiter ausholen zu wollen, möchte ich nur anmerken, dass diese Wahl nicht aus ideologischen sondern aus technischen Überlegungen resultiert. Die Hardwareanforderungen aktueller Windows Versionen haben sich zu weit von den mir zur Verfügung stehenden Tatsachen entfernt als dass ein vernünftiger Betrieb möglich wäre. Andererseits ist eine Weiterverwendung veralteter Windows Versionen mit zu vielen, nicht zuletzt sicherheitstechnischen, Nachteilen verbunden.

Die eigentliche Herausforderung, wenn man Windows gänzlich den Rücken kehren möchte, besteht kaum mehr in Inkompatibilitäten wie es scheint, sondern vor allem im Bruch mit Gewohntem. Damit meine ich nicht das Betriebssystem, denn damit hat man als Benutzer kaum Kontakt, sondern die Anwendungen. Ich kann mir gut vorstellen, dass in manchen Bereichen für Linux keine adäquaten Entsprechungen für tausende Euro teure kommerzielle Software zu finden ist. Dennoch möchte ein Beispiel für (m)einen Fall bringen, wo eine Anwendung trotz kleinerem Funktionsumfang eine andere ersetzen kann.

Zim

Eine meiner Lieblingsanwendungen unter Windows ist OneNote. Als Notiz- und Logbuch hat sich dieses Programm als sehr nützlich erwiesen. Die Hauptvorteile gegenüber einem Papierblock sind für mich die Suchfunktion, der Umgang mit Markierungen (Schlagworten) und nicht zuletzt die Möglichkeit, schnell und einfach Bildschirmausschnitte in den Text einzufügen. Da ich beinahe sämtliche Information über den Bildschirm verarbeite, ist das Speichern von Bildschirmausschnitten das allgemeinste Interface. Als Naturwissenschaftler verwende ich diese Technik sehr oft, um Diagramme, die von einem beliebigen Programm erzeugt wurden, in das elektronische Notizbuch zu „kleben“.

Jene Linux Anwendung, die OneNote im Funktionsumfang am nächsten kommt ist vermutlich BasKet. Trotzdem schreibe ich diesen Artikel, weil ich für mich Zim als geeignetste Anwendung befunden habe. Zim wird vom Autor als „Desktop Wiki“ bezeichnet. Was die Textverarbeitung betrifft, wird damit das meiste bereits erklärt. Wer jemals einen Wiki Artikel geschrieben hat, kennt das Prinzip.

Was Zim für mich aber perfekt macht, denn es ist beileibe nicht das einzige Desktop Wiki, sind drei Plugins, die folgende Funktionen zur grundlegenden Wiki Funktionalität hinzufügen:

  • Es ist möglich Schnappschüsse vom ganzen Bildschirm, einzelnen Fenstern und frei wählbaren Ausschnitten zu machen.
  • Es ist möglich, Formeln einzufügen, die man in einem separaten Dialog per LaTeX Syntax formulieren kann.
  • Eine Versionsverwaltung kann verwendet werden, um Änderungen an den Notizen zu verfolgen.

Zur absoluten Perfektion fehlen meiner Meinung nach nur zwei Features:

  • Schlagworte (Tags) – ein für die Zukunft geplantes Feature
  • Versionsverwaltung mit Git (statt Bazaar oder Subversion) – Gewohnheit

Zim in Fedora

Leider enthält Fedora, selbst in der noch nicht freigegebenen Version 13, nicht die aktuelle Version von Zim. Man findet aber in Bugzilla den Bug 563844, der neben einer aufschlussreichen Diskussion auch einen Link auf eine aktuelle SRPM enthält. Wie man daraus eine installierbare RPM baut erfährt man (neben sicherlich unzähligen anderen Stellen) im Fedora Wiki.