Routine

Liebe Leser, ich mache mich nach langem wieder einmal daran, den Staub von diesem Blog zu wedeln und eine Brise frischen Wind hinein zu bringen. Viel Zeit ist ins Land gegangen seit ich meinem öffentlichen Tagebuch das letzte Mal ein wenig Aufmerksamkeit gewidmet habe. Genügend Gelegenheiten beschreibenswertes zu erfahren würde man vermuten. Und tatsächlich, nicht an Erlebtem sondern allein der Freizeit dazwischen mangelt es üblicherweise. Nur das Gewissen, das sich des dokumentierenden Vorsatzes erinnert, zwingt mich auch diesmal doch etwas Zeit aufzubringen.

Schon am Sonntag nach meinem letzten Beitrag ereignete sich Unerwartetes. Dass ich mich um 15:00 Uhr in der Oper einfand gehörte zum Vorhersehbaren. Immerhin sind die Karten schwer genug zu bekommen, vor allem, wenn man es auf die günstigen Galeriekarten abgesehen hat, die als einzige gegen die Gutscheine der Jugendaktion (schon tausendmal beschrieben) einlösbar sind. Dass Sylvain für dieselbe Vorstellung auch noch eine Karte bekommen hatte, war schon nicht mehr selbstverständlich, aber zu diesem Zeitpunkt auch schon bekannt. Gegeben wurde Tristan und Isolde. Die Namen der Künstler sind angeblich Begriff, mir war nur Kurt Rydl schon bekannt. Meine Vorbereitung auf das beinahe fünfstündige Werk bestand aus einigen Anläufen mir die schon längt ausgeliehene Aufnahme durchzuhören. Es blieb bei den Anläufen, deren erfolgreichster mit der zweiten CD, also nach etwas mehr als zwei Stunden endete. Der Nachmittagsstunde verdankte ich maximale Konzentration und Aufmerksamkeit. Entsprechend tief inhalierte ich auch gleich die Overtüre, die mich gleich insgesamt auf den scheinbar schweren Rhythmus der Oper einstellte. Es wäre müßig jetzt eine detailgetreue Kritik zu erinnern, immerhin sind seit dem beschriebenen Ereignis schon über drei Wochen vergangen. Ich war begeistert. Die Stunden vergingen im Flug und ich gehe soweit von einer spannenden Vorstellung zu sprechen, die sogar kaum unter dem Stehenbleiben der Handlung am Anfang des dritten Aktes litt.

Die Arbeitwochen vergingen wie schon im letzten Betrag beschrieben. Mittlerweile haben wir natürlich unser Continuum. Auch auf dem Weg durch den „Shaper“, der es erlaubt den Puls auf fast jede erdenkliche Weise und im Rahmen seiner Genauigkeit (die in unserem Fall sehr hoch ist) zu formen. Außerdem haben wir einen zweiten Weg mit einem frequenzverdoppelnden Kristall aufgebaut und auch schon mittels Cross-Correlation Messungen sichergestellt, dass die beiden verschiedenfarbigen Pulse nicht nur räumlich sondern auch zeitlich überlappen, also gleichzeitig in die Faser injiziert werden. Außerdem leiten wir das Signal nach der Faser jetzt in ein genaueres Spektroskop, mit dem ich aber noch nicht so recht vertraut bin. Soweit der Stand letzten Donnerstag.

Am Wochenende vom 24. und 25. März habe ich endlich wieder an einem Ausflug in die Umgebung teilgenommen. Natürlich hat es wieder beide Tage geregnet. Bilder konnte ich leider keine machen, aber wenn ich wieder in Toulouse bin, organisiere ich mir welche von den Belgiern, die recht fleißig am Auslöser waren.

Ja und jetzt bin ich in Budapest, bei Natascha. Wir haben herrliches Wetter und genießen die gemeinsame Zeit sehr. Ich achte darauf, manchmal den Fotoapparat mitzunehmen und werde dann nach Ostern auch ein paar Bilder von hier veröffentlichen.

Also verbleibe ich mit einer ganzen Menge von Versprechungen und freue mich schon sie bald einzulösen,

Bis zum nächsten Mal lieber Blog

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