Patchwork

Der Titel ist Programm. Im folgenden zuerst ein Textfragment, das ich für diesen Blog bereits am vergangenen Freitag geschrieben habe. Danach ein Link zu den Fotos vom Ausflug, die ein anderer Mitgewesener auf sein Onlinealbum gestellt hat. Und zum Abschluss auch ein Link in mein „neues“ Fotoalbum, das von meiner Fotosoftware aus wesentlich komfortabler zugänglich ist, als das bisherige. Also los gehts wie gesagt mit einem alten Text:

Es ist zu einer meiner unbeabsichtigten Angewohnheiten geworden, am Freitag dem 13. im Flugzeug zu sitzen. Heute passiert mir das bereits zum dritten Mal. Dafür war der Flug nach Budapest der billigste, den ich bisher hatte. Ein Wermutstropfen ist lediglich die vierstündige Pause in Paris, die gerade begonnen hat. Leider konnte ich auch mein Gepäck noch nicht einchecken, da dies erst eineinhalb Stunden vor dem Flug möglich ist. Air France reagiert offenbar auf die Bedürfnisse der Pendler, die gewöhnlich wenn überhaupt dann nur mit kleinem Handgepäck reisen. Dementsprechend heißen die Verbindungen zwischen Paris und Toulouse auch Navette und gehen beinahe im Stundentakt. Außerdem ist das Einchecken aufgeteilt. In einen ersten Schritt am Automaten druckt man sich selbst die Boarding Karte aus. Das geht sehr schnell und ist für Reisende ohne größeres Gepäck auch der einzig notwendige Schritt. Meine große Reisetasche muss ich jedoch in einem zweiten Schritt mit der Boarding Karte an einem gewöhnlichen (also nicht automatisierten) Schalter abgeben.

Soviel zum Usus der französischen Nationalfluglinie. Aber ich vermute eine gewisse Erwartungshaltung bei den Lesern, die mit einigen Worten zu meinem Aufenthalt in Budapest rechnen. Nun denn, ich muss sagen, die Geschwindigkeit mit der ich in Budapest ein heimeliges Gefühl entwickelt habe war berauschend. Das ist vor allem Natascha zu verdanken. Aber auch der großen und zentral gelegenen Wohnung, dem ausreichend langen (und breiten) Bett, einer Küche, die den Namen verdient und einem ausgesprochen herrlichen Osterwetter. Ich habe viel von der Stadt gesehen. Vor allem die für meine Verhältnisse sehr ausgiebigen Spaziergänge werde mir von der Stadt in Erinnerung bleiben. Was auffallend ist: in Budapest ist der Greissler noch eine tatsächlich praktizierte Geschäftsform. Es existiert in so gut wie jedem Block einer von diesen winzigen Einzelhändlern. Die Gebäude sind denen in Wien recht ähnlich, aber, was zum Running Gag zwischen Natascha und mir geworden ist, „es fehlt ein bisschen an Farbe“. Das heißt, der Zustand variiert in vielen Fällen zwischen abbröckelndem Verputz über bereits abgebrochene Balkons bis hin zu augenscheinlich einsturzgefährdet. Leider ist eine Renovierung nicht immer die dem vollständigen, will heißen auch stilistischen, Neubau vorgezogene Option, wenn es um die Wiederherstellung der Wohnungen geht. Das Netz der öffentlichen Verkehrsmittel ist wenn schon nicht modern, so trotzdem zeitgemäß wie ich finde. Das können die Budapester bei den erstaunlich hohen Preisen und der Notwendigkeit einer neuen Fahrkarte beim Umsteigen auch erwarten. Lediglich der tiefschwarze Rauch, der von den unzähligen Linienbussen ausgestoßen wird schreit nach Veränderung. Was mich überrascht hat, waren die starken Schwankungen im Wechselkurs zwischen dem Euro und dem ungarischen Forint. Im Vergleich zu dem Kurs im Februar ist der Forint um fast fünf Prozent wertvoller geworden. Das finde ich als Reaktion auf den Ostertourismus doch ziemlich stark, wenn das die einzige Erklärung ist. Die Kaufkraft eines Euros bleibt, wenn man anhand des Grundnahrungsmittels Bier vergleicht, trotzdem ungleich höher als in Österreich und geradezu phantastisch im Vergleich zu Frankreich. Im Einkaufszentrum dagegen merkt man oft kaum einen Unterschied, auch wenn es einzelne Ausnahmen, wie die Kinopreise, gibt.

Die versprochenen Fotos vom Wochenendausflug im März findet ihr unter
http://picasaweb.google.com/christoph.burghaus/WochenendeCastres

Ein paar wenige digitale Fotos von meinem Budapestaufenthalt. Vorsicht, man sieht warum ich dort war.
http://picasaweb.google.com/EverythingToulouse/Budapest

Bis zum nächsten Mal lieber Blog

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Routine

Liebe Leser, ich mache mich nach langem wieder einmal daran, den Staub von diesem Blog zu wedeln und eine Brise frischen Wind hinein zu bringen. Viel Zeit ist ins Land gegangen seit ich meinem öffentlichen Tagebuch das letzte Mal ein wenig Aufmerksamkeit gewidmet habe. Genügend Gelegenheiten beschreibenswertes zu erfahren würde man vermuten. Und tatsächlich, nicht an Erlebtem sondern allein der Freizeit dazwischen mangelt es üblicherweise. Nur das Gewissen, das sich des dokumentierenden Vorsatzes erinnert, zwingt mich auch diesmal doch etwas Zeit aufzubringen.

Schon am Sonntag nach meinem letzten Beitrag ereignete sich Unerwartetes. Dass ich mich um 15:00 Uhr in der Oper einfand gehörte zum Vorhersehbaren. Immerhin sind die Karten schwer genug zu bekommen, vor allem, wenn man es auf die günstigen Galeriekarten abgesehen hat, die als einzige gegen die Gutscheine der Jugendaktion (schon tausendmal beschrieben) einlösbar sind. Dass Sylvain für dieselbe Vorstellung auch noch eine Karte bekommen hatte, war schon nicht mehr selbstverständlich, aber zu diesem Zeitpunkt auch schon bekannt. Gegeben wurde Tristan und Isolde. Die Namen der Künstler sind angeblich Begriff, mir war nur Kurt Rydl schon bekannt. Meine Vorbereitung auf das beinahe fünfstündige Werk bestand aus einigen Anläufen mir die schon längt ausgeliehene Aufnahme durchzuhören. Es blieb bei den Anläufen, deren erfolgreichster mit der zweiten CD, also nach etwas mehr als zwei Stunden endete. Der Nachmittagsstunde verdankte ich maximale Konzentration und Aufmerksamkeit. Entsprechend tief inhalierte ich auch gleich die Overtüre, die mich gleich insgesamt auf den scheinbar schweren Rhythmus der Oper einstellte. Es wäre müßig jetzt eine detailgetreue Kritik zu erinnern, immerhin sind seit dem beschriebenen Ereignis schon über drei Wochen vergangen. Ich war begeistert. Die Stunden vergingen im Flug und ich gehe soweit von einer spannenden Vorstellung zu sprechen, die sogar kaum unter dem Stehenbleiben der Handlung am Anfang des dritten Aktes litt.

Die Arbeitwochen vergingen wie schon im letzten Betrag beschrieben. Mittlerweile haben wir natürlich unser Continuum. Auch auf dem Weg durch den „Shaper“, der es erlaubt den Puls auf fast jede erdenkliche Weise und im Rahmen seiner Genauigkeit (die in unserem Fall sehr hoch ist) zu formen. Außerdem haben wir einen zweiten Weg mit einem frequenzverdoppelnden Kristall aufgebaut und auch schon mittels Cross-Correlation Messungen sichergestellt, dass die beiden verschiedenfarbigen Pulse nicht nur räumlich sondern auch zeitlich überlappen, also gleichzeitig in die Faser injiziert werden. Außerdem leiten wir das Signal nach der Faser jetzt in ein genaueres Spektroskop, mit dem ich aber noch nicht so recht vertraut bin. Soweit der Stand letzten Donnerstag.

Am Wochenende vom 24. und 25. März habe ich endlich wieder an einem Ausflug in die Umgebung teilgenommen. Natürlich hat es wieder beide Tage geregnet. Bilder konnte ich leider keine machen, aber wenn ich wieder in Toulouse bin, organisiere ich mir welche von den Belgiern, die recht fleißig am Auslöser waren.

Ja und jetzt bin ich in Budapest, bei Natascha. Wir haben herrliches Wetter und genießen die gemeinsame Zeit sehr. Ich achte darauf, manchmal den Fotoapparat mitzunehmen und werde dann nach Ostern auch ein paar Bilder von hier veröffentlichen.

Also verbleibe ich mit einer ganzen Menge von Versprechungen und freue mich schon sie bald einzulösen,

Bis zum nächsten Mal lieber Blog

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