Französisch Passiv

Es ist soweit, letzten Montag hat die Uni begonnen um meinem Aufenthalt hier auch „physikalischen Sinn“ zu geben. Mein Stundenplan, den ich ja schon seit vorletzten Monatg kenne, ist recht angenehm. Alle Veranstaltungen finden im selben Raum statt und ich habe täglich drei Stunden Uni, die sich aus zwei Kursen zu eineinhalb Stunden zusammenstellen. Dazwischen ist meistens eine Viertelstunde Pause. Außerdem sind alle Kurse zweimal die Woche, was sich bei fünf Fächern genau ausgeht. Allerdings darf/soll/muss ich noch eines der Fächer streichen, da wir ja in der ersten Semesterhälfte (bis Ende November) nur vier Noten bekommen. Da ich nun alle Fächer und Vortragenden kenn wille ich hier eine kurze und für die folgenden Wochen geltende Charakterisierung folgen lassen, wobei ich die Kurse nur bei der ersten Erwähnung beschreibe:

Montag

10:45 – 12:15 Methodes expérimentales
Hierbei handelt es sich um ein Seminar. Jedesmal gibt es einen anderen Vortragenden, der etwas Interessantes aus seinem Arbeitsfeld berichtet. Bisherige Themen: „Mesures de la constante de structure fine“ und „Vide quantique“, wobei vor allem der zweite Vortrag ausgesprochen interessant war. Dieses Fach hat für mich nur den Nachteil, dass hier kaum Mathematik zum Einsatz kommt und die Vortragenden (erfolgreich) versuchen uns mit ihrer Begeisterung für ihr Gebeit anzustecken, was bedeutet, dass hier viel und schnelles Französisch gesprochen wird.

13:45 – 15:15 Physique statistique
Statistische Physik ist eine Pflichtvorlesung. Gehalten wird dieser Kurs von einem Engländer. Das erkannte sogar ich nach dem ersten Satz aus seinem Mund. Um die letzten Zweifel auszuräumen war das dritte Wort in seinem französischen Skriptum „Examples“. Das alles macht nicht viel, da das Skriptum wie die Vorlesung zu drei viertel aus Mathematischen Symbolen und (teils griechischen) Buchstaben besteht. Der Mann ist jedenfalls sehr nett und ich kann der Vorlesung so gut folgen, wie einer äquivalenten Vorlesung in Wien.

Dienstag

9:00 – 10:30 Interactions électroniques fondamentales
Diese Vorlesung wird von einer Professorin gehalten, was hervorzuheben vielleicht jene Leser erstaunt, die mit dem üblichen „Geschlechterverhältnis“ unter Physikern nicht vertraut sind. In meiner Klasse hier (es ist übrigens wirklich angebracht hier Jahrgang durch Klasse zu substituieren), sitzt eine Frau unter 17 Männern und dieses Verhältnis ist in Wien vielleicht noch kleiner. Um zum Thema zurückzukommen: Dieser Kurs hat wie der erste einen geringen Mathematikanteil, behandelt aber Themen, die ich schon gehört zu haben glaube. Ich kann also meistens folgen und zur Not gibt es hier auch ein Skriptum.

10:45 – 12:15 Mécanique quantique
Quantenmechanik ist nun wirklich DIE Pflichtvorlesung. Dieser Kurs ist der zweite oder dritte Quantenmechanik Kurs in dem Studiengang hier und entsprechend vortrgeschritten. Da ich aber in Wien auch schon alle verpflichtenden Kurse zu Quantenmechanik gehört habe, wenn ich auch nur über den ersten Teil eine Prüfung abgelegt habe, kann ich dem ausschließlich in Mathematik formulierten Kurs ganz gut folgen. Der Vortragende ist glaube ich aus Deutschland, was mir im Notfall bei eventuellen Schwierigkeiten helfen könnte.

Mittwoch

9:00 – 10:30 Optique et magnetism du solide
Nach meinem bisherigen Eindruck ist das die schwierigste Vorlesung. In Wien wird der hier behandelte Stoff als Festkörperphysik 2 gehalten. Das Problem bei diesem Kurs ist, dass es kein Skriptum gibt und dass darüber hinaus einer der beiden Vortragenden sehr leise spricht. Falls ich diesen Kurs nicht streiche, werde ich mir den Stoff wahrscheinlich aus einem Buch erarbeiten müssen.

10:45 – 12:15 Optique et magnetism du solide

Donnerstag

9:00 – 10:30 Mécanique quantique

10:45 – 12:15 Interactions électroniques fondamentales

Freitag

14:00 – 15:30 Physique statistique

15:45 – 17:15 Methodes expérimentales

Wie ich ja bereits in dem kurzen Einwurf des letzten Blogeintrags bekannt gegeben habe, bin ich diese Woche in ein neues Zimmer übersiedelt. An die Verbesserung habe ich mich sofort gewöhnt. Leider konnte ich den Internetzugang noch nicht einmal anmelden, da das Sekretariat sich erst am Freitag dazu aufraffen konnte, meine Übersiedlung auch elektronisch zu erfassen. Das bedeutet, dass ich morgen erst den Antrag auf einen Internetzugang stellen kann, dem dann erfahrungsgemäß erst nach bis zu zwei Wochen stattgegeben wird. Außerdem habe ich am Zimmer eine Antennenbuchse und kann per Laptop und eigens angeschafftem USB Stick das französische Digitalfernsehen empfangen (etwa 15 freie Kanäle).

Am Donnerstag war ich am Probetraining für den Ruderkurs, den ich vorhabe zu besuchen. Da eine Vollmitgliedschaft in dem Ruderverein mir etwas zu teuer scheint, werde ich nur den Unikurs belegen und einmal die Woche zwei Stunden die Garonne unsicher machen.

Nächstes Wochenende wird es keinen Blogeintrag geben, da ich nach Wien fliege um Natascha endlich wieder einmal zu sehen. Daher eigentlich
bis zum übernächsten Mal lieber Blog

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